Forumteilnehmer 24.01.2010 10:46
Hallo liebe Kollegen, ich habe einen schwierigen Fall und brauche dringend Hilfe und Erfahrungsberichte. Die Musterdefinition ist nicht so ganz einfach, da die Probleme eher psychischer Natur sind. Es liegen Depressionen vor und der Patient nimmt drei verschiedene Psychopharmaka. Er hat seit über einem Jahr einen Dauerschluckauf. Die Zunge ist schmal und an den Rändern und der Spitze rot. Also wohl Herz und Leberfeuer. Die Unterzungenvenen sind leicht gestaut. Patient gibt an, dass die Zunge manchmal gschwollen sei, manchmal am linken und manchmal am rechten Rand. Also wohl gestautes Leber-Qi. Schluckauf ist ja wohl auch umgekehrte Magen-Energie, die ja eigentlich ab- anstelle von aufsteigen sollte. In meinen Augen kommen die Symptome von der jahrelangen Medikamenteneinnahme. Nun kann man so einem Patienten ja nicht einfach die Medikamente wegnehmen. Der Schluckauf ist teilweise so heftig, dass der Patient nicht ruhig auf der Liege liegen konnte sondern bei jedem Schluckauf die Arme hochreißen musste. Nachdem die Nadeln lagen wurde es etwas besser. Wir haben grade erst die erste Behandlung hinter uns. Normalerweise wirkt die Akupunktur ja sehr schnell und ich hatte ihn auch schon vor längerer Zeit einmal behandelt, was natürlich bei einer Behandlung noch nicht soviel Wirkung gezeigt hat, aber dann kam er nicht wieder, da war der Leidensdruck noch nicht so groß, da der Schluckauf grade erst begonnen hatte. Ich erklärte ihm, dass man schon eine längere Zeit behandeln müsse um Erfolge zu erzielen. Ich nadelte:
Pe 6, Le 3, Mi 6, Ma 36, Di 11, OP Zwerchfell und gegen die Depressionen Gamma Hauptpunkt und PT3.
Bei den eigenen Patienten hat man ja eher ein Brett vor dem Kopf als wenn man sich für andere Gedanken macht. Ich bitte um weitere Anregungen. Kann man überhaupt gegen die Medikamente annadeln? Ich denke so ein Chemiecocktail verändert extrem viel im Organismus, aber viele Menschen können nicht ohne ihre Medikamente. Wie sehen sie die Problematik. Die Ärzte schlagen vor Botox zu spritzen um den Nerv zu lähmen, oder ähnliche Eingriffe, die ja die Symtpome die Warnsignale sind nur unterdrücken. Schorrenberger schreibt zum Schluckauf:
gegeläufiges Magen-Qi. Starker lauter kurzer Schluckauf ist Hitze-Fülle und leiser schwacher langgezogener ist Leere-Kälte. Er deute den chronischen Schluckauf als gefährliches Zeichen für schwindendes Magen-Qi. Der Patient ist aber nicht dünn und schwach, sondern etwas übergewichtig durch die Psychopharmaka. Die Medikamente im Blut würde ich noch als Hitze Toxine die das Herz angreifen und somit auch die Nerven beschreiben. Die Pulse sind schlüpfrig und schwer zu tasten. Allein an den Stellen Herz und Lunge sind sie voller und kräftiger. Dann besteht auch noch ein juckender Ausschlag auf den Fußrücken und unteren hinteren Waden mit teilweise großen groben Krusten vom Kratzen. Was der Patient als Nesselsucht beschreibt. Was mir aber als Hitze-Toxine im Bereich Leber-Meridian vorkommt, die anzeigen, dass die Leber überbelastet ist. Oder es sind Krätzmilben. Das wird vom Hautarzt noch abeklärt.
Ich bitte um Hilfe.
Vielen Dank im Voraus.
MfG L. Jansen
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Forumteilnehmer 24.01.2010 10:55
Ergänzung: Nachts entspannt sich der Patient und kann schlafen. Der Schluckauf hört dann auf.
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Forumteilnehmer 27.01.2010 17:00
Hallo Frau Jansen, bzgl. der Behandlung empfehle ich noch Gua Sha Fa von Hun nach Po- beide Bl-Äste- und im vorderen Bereich LU/PE/HE und KG 17-12-leicht- zusätzlich zur Akupunktur. Dazu verordnen Sie Schüssler Salz Nr.7 als heiße 7. Es passt in das Erscheinungsbild Ihres Patienten. Schwierig wird es bleiben, da die Antidepressiva sehr stark eine Leere-Hitze verursachen und damit auf Dauer die Essenz und auch Yin "verbrennen". Leider bin ich in den Dämonenpunkten noch nicht so bewandert- auch fehlt eventuell eine positive Einstellung des Neurologen??? Ich wünsche viel Erfolg und mein Interesse für den weiteren Verlauf ist da. Beste Grüße-Kira Schwarzrock
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Forumteilnehmer 28.01.2010 13:04
Hallo Frau Schwarzrock, vielen Dank für Ihre Informationen. Ich dachte auch schon an Gua Sha Fa, da ich auf diesem Gebiet aber bisher noch nicht so tiefgreifend bewandert bin war ich nicht ganz sicher, ob es nicht eher noch mehr Hitze erzeugt. Aber ich werde es jetzt mit einbeziehen. Heute ist erstmal Schröpfmassage des Blasenmeridians geplant. Was bedeute denn von Hun nach Po beim Gua Sha? Die Dämonenpunkte kann man natürlich auch einsetzen. Was meinten Sie denn mit Positive Einstellung des Neurologen?
Ich werde weiter berichten. Ich habe generell die Erfahrung gemacht, dass die Wirkung sich oft erst richtig nach mehreren Monaten zeigt. Oft waren es nur wenige Behandlungen, aber trotzdem große Nachwirkung. Die Schüsslersalze habe ich auch da und werde gleich mal die Heiße Sieben verordnen. Wie oft am Tag würden Sie sie empfehlen?
Vielen Dank und schöne Grüße L. Jansen
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Forumteilnehmer 28.01.2010 15:40
Hallo Frau Jansen, nun zu den Fragen: - positive Einstellung des Neurologen- macht der "Schulmediziner" mit, geht er auf die Notwendigkeit der Medikationsüberprüfung unter der Akupunktur ein, ist eine zusmammenarbeit möglich u.s.w., - Hun- Wanderseele, Leber- Shu-Pkt. der Leber oder Leber-Rückensegment, - Po- Körperseele, Lunge- Shu-Pkt. der Lunge oder-Lungenrückensegment- in den beiden Bereichen Gua Sha FA- starke psychische Wirkung, besonders bei Depressionen, - Schüssler- es gibt ein gutes Buch " Die Schüßler Salze in der Chinesischen Medizin" von Josef Holzer, erschienen im Joy Verlag, gefällt mir sehr gut, habe daraus viele Antworten zu meinen Fragen bekommen und kann die Salze jetzt richtig effektiv in die TCM-Therapie mit einbauen, - Gua Sha Fa leitet von Innen nach Außen, also Ausleitung, effektiv bei Kälte zum Erwärmen mit entsprechendem Öl(z.B.Rosmarin),
bei Hitze ausleitend mit kalten Aromaölen(z.B.:Pfefferminze)-es ist ja ähnlich wie mit den Nahrungsmitteln- die Art der Zubereitung/Anwendung ändert oft die Qualität. Also, schauen Sie mal, was nach dem gua Sha Fa passiert. Und viel Erfolg!! Kira Schwarzrock
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Forumteilnehmer 30.01.2010 13:00
Hallo Frau Schwarzrock, vielen Dank für die Erklärungen und den Hinweis auf das Buch, das hört sich sehr interessant an. Ich habe noch bevor Sie antworteten den Blasenmeridian nochmal genauer studiert und mir fiel dann auch wieder ein, dass es da einen Hun und einen Po-Punkt gibt und dass bestimmt die Region dazwischen gemeint ist, was Sie ja nun auch bestätigten. Die Schröpfmassage kam gut an und es trat eine ziemliche Rötung die schon ins Blaue ging auf. Ich habe zuerst mit Olivenöl eine Schröpfmassage gemacht, mit Gummischröpfkopf, da kommt dann richtig dunkle Brühe und man sieht die Reinigung richtig. Dann die Schröpfköpfe aus Glas oben an der Schulterregion gesetzt und Psychopunkte neben den Schulterblättern genadelt einschließlich Shu-Zwerchfellpunkt. Nach der ersten Nadelbehandlung berichtete Patient, dass der Schluckauf sich gebessert habe. Er erwähnte, dass ich ihn nicht erwähnen soll, weil er sonst schlimmer wird. Das kommt mir sehr verdächtig psychosomatisch vor und weniger organisch bedingt. Es wierden aber auch noch per Magenspiegelung und Kopf-MRT weitere Erkrankungen ausgeschlossen.
Schöne Grüße L. Jansen
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Forumteilnehmer 30.01.2010 13:04
...und auch Salz Nr. 7 als Heiße Sieben dreimal am Tag verordnet. Der Patient fragte ob er das auch in die Suppe tun könne. Ich war mir da aber nicht so sicher ;) und riet ihm es wie einen Tee zu trinken.
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Forumteilnehmer 31.01.2010 09:58
Hallo Frau Jansen, ja, es hat schon etwas Wunderbares, die Reaktionen auf Schröpfen/ Gua Sha Fa und andere Ausleitungen zu sehen und für den Patienten zu empfinden. Bitte geben Sie zur heißen 7 folgende Hinweise: - heiß bedeutet in diesem Fall nur in abgekochtem, auf Trinktemperatur abgekühlten Wasser auflösen, auf keinen Fall mit Metalllöffel umrühren und schluckweise trinken, - es sollte wie ein kleines Ritual erfolgen, weil sich dann der Kopf komplett auf den Genuss einstellt, d.h.es erfolgt eine innere Konzentration, ähnlich wie bei den inneren Qi gong Übungen, die bei chronischen Erkrankungen zur Stärkung verordnet werden. Viel Erfolg weiterhin!-Liebe Grüße aus dem eingeschneiten Nordosten- Winter, Winter Winter wie im Bilderbuch- Kira Schwarzrock
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Forumteilnehmer 02.02.2010 12:15
Hallo Frau Schwarzrock, ja das mit dem Bewusstsein für die Einnahme der Schüsslersalze ist eine gute Idee. Ich überlege grade wie man das jemandem nahe bringt, der nicht so der Bewusstseinstyp ist, sondern eher das Gefühl hat, das Zeug möglichst schnell runterzuwürgen damit es weg ist ;). Ich versuche es aber mal. Können Sie kurz mal anhand eines Beispiels ungefähr schildern, wie das Buch Schüssler-Salze in der TCM aufgebaut ist? Wie die den Zusammenhang herstellen zwischen TCM und Salzen? Danke im Voraus.
MfG L. Jansen
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Forumteilnehmer 02.02.2010 12:27
Hallo Frau Jansen, natürlich gibt es eine kurze Einführung in die TCM, ganz gut geschrieben. Die Salze werden in Yang und ying wirkende Salze eingeteilt und die möglichen TCM-pathogenen Faktoren dazu benannt. Auch werden die Leit- und Nebensymptome aus TCM-Sicht geschildert. Also es ist keine einfache Vermischung, sondern gut TCM- mäßig aufgebaut. Ich habe viel Interessantes gefunden und auch einige Zusammenhänge kamen klarer heraus. Lieben Gruß aus dem Schneechaos-Kira Schwarzrock
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Forumteilnehmer 02.02.2010 13:09
Hallo Frau Schwarzrock, besten Dank mal wieder. Hört sich fundiert an, ich werde es genauer betrachten. Auch hier liegt viel Schnee und ich werde morgen wieder Schlitten fahren gehen. Hier am Rande der Stadt haben wir soviel Grün bzw inzwischen Weiß, dass die Leute Langlauf machen und ums Eck Rodeln gehen, wie in der Kindheit. Schnee gehört ja wohl eindeutig ins Wasserelement. Farbe Weiß, Kälte und Nässe und es macht soviel Spaß endlich mal einen richtigen Winter zu haben. Wenn dicke weiße Schneeflocken dicht herumwirbeln dann freue ich mich sehr.
Schöne Grüße vom Rande der verschneiten Großstadt
L. Jansen
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Forumteilnehmer 02.02.2010 13:13
....nee det war Quatsch mit dem Weiß im Wsserelement. Das war ja Blau und Schwarz. Weiß gehört zum Metall. Aber das ist trotzdem passend.Der weiße (Metall)schnee kontrolliert nun das ganze Land und deckt alles zu, das ist ja quasi auch eine neue Grenzsetzung und Abgrenzung dagegen wie es sonst immer aussieht. Ich finds gut.
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Forumteilnehmer 02.02.2010 17:10
...und der Schlitten ist die Wandlungsphase Holz, der bringt uns unsere Kreativität und unser Wachstum und den Ausdruck zurück während wir wieder wie ein Kind den Berg (Wandlungsphase Erde) runterrodeln und wieder hochtraben und wieder runter, uns mit Ausdauer verausgaben. Und die Kufen sind das Metall, das uns auf dem kalten zu Schneekristallen gewordenen Wasser gleiten lässt, dass uns abgrenzt und trägt damit wir nicht hängen bleiben, hilft loszulassen und weiter zu schlittern und alles mit totaler Leichtigkeit und Freude, da ensteht dann das Feuer und das Lachen. Da ist doch jede Wandlungsphase mit drin, so soll es sein, so wird es rund und ist im Fluss und in Harmonie.
Frohen Wintersport!
Wünscht L. Jansen
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Forumteilnehmer 04.02.2010 10:41
Hallo, ja die Wandlungsphasen im Großen und im Kleinen, unser Leben erlebt Holz, Feuer, Erde,Metall, Wasser und unser Jahr ebenfalls und was macht der "Deutsche"- natürlich wieder nicht als allgemeine Aussage zu sehen- er fliegt in die "Sonne". Der Winterflüchtling weiß gar nicht, wie sehr er seinem Körper schaden kann, wenn dieser nicht auch- so wie die Natur- zur Ruhe kommt. In diesem Sinn, den winter wie als Kind auch, genießen und auf den Frühling nicht warten, er kommt- so oder so. L. g. Kira
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Forumteilnehmer 17.02.2010 11:35
Hallo Frau Schwarzrock, halle alle anderen Teilnehmer, mein Patient hat die Gua Sha Fa Behandlung sehr genossen, wollte gar nicht mehr aufhören, das zeigte mir, dass sie sehr angebracht war. Wurde angenehmer als Schröpfen empfunden. Schluckauf wird auch nach jeder Behandlung kurzzeitig besser und setzt manchmal 1-2 Stunden ganz aus. Wir sind also auf einem guten Weg. Wie oft kann man Gua Sha Fa hintereinander anwenden? Habe danach aber auch noch die Psychopunkte an den Schulterblattinnenseiten genadelt plus Bl 23. Nach den Psychopunkten Gefühl wie auf Drogen zu sein, aber angenehm.
MfG L. Jansen
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Forumteilnehmer 17.02.2010 11:50
Hallo Frau Jansen und Kollegen, es ist sehr unterschiedlich. Frau Nielsen vertritt die Ansicht, Gua Sha Fa anzuwenden, bis kein Sha mehr erkennbar ist. Es kommt ja das Innere nach Außen- also bis alles Innere(manifestiert) nach Außen gekommen ist und ausheilen kann. Bei starkem Sha warte ich aber immer das Abheilen ab- meine Erfahrung, so vertragen es meine Patienten besser. Prima, was den Behandlungsfortschritt betrifft- es freut mich für den Patienten und natürlich für Sie Frau Jansen. Viel Erfolg weiterhin und liebe Grüße! K.Schwarzrock
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Forumteilnehmer 19.02.2010 11:42
Hallo Frau Schwarzrock, vielen Dank für die Infos. Sha ist doch die Rötung die entsteht, wenn man schabt, oder? Aber wenn man lange genug an einer Stelle schabt wird es doch immer wieder eine Rötung geben, wie stuft man denn da die Beurteilung ab? Was mir bei der Behandlung auffiel war, dass bei der ersten Gua Sha Behandlung es sehr lange brauchte bis eine Rötung auftrat, es bei der zweiten aber schneller ging. Das sagt mir, dass das Sha sehr tief saß und erstmal hochgeholt werden musste durch langes Schaben, würden Sie das auch so sehen oder wie sieht hier die Regel in der Behandlung aus?
Schöne Grüße L. Jansen
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